Krebs
Auslöser und Gefahren
Welchen sonderbaren Eindruck machte der Schmerz dieses Briefes auf Ludwigs
Herz in der fröhlichen Natur, die beglänzt vor seinen Augen so herrlich
dalag. Sie zerschlugen auch die Haseln, die hinter den Bündeln waren,
daß man ihren Schlag auf die Bündel vernahm. Es war im Jahre des Heiles
1142 gewesen, da Witiko so zu den Waldmännern an seiner Leuchte Besprochen
hatte. »Sorge, daß wir nicht gestört werden«, sagte Wentila. Der Pfarrer
von Plan aber schritt von dem Altare gegen die Burg. Sie sprachen wohlgesetzte
Worte, aber es zog sich durch alle das Bedauern wie ein rother Faden hindurch,
daß mit dem Titel, der doch Standespflichten auferlege, kein Gehalt verbunden
sei. »Und als ich Dich so für Edleres empfänglich gemacht, da opferte
ich mich selbst. Daß Emmi aussieht wie eine junge Fee, dafür wirst Du
schon sorgen. Wo bin i b`suffa. Dös geht doch net. Der Herr hat mir keinen
Auftrag gegeben, euch in die Hul zu führen, und wenn er dies nicht thut,
so führe ich euch nicht über. Seine klaren blauen Augen waren die nämlichen
geblieben. Getröstet wacht er auf und gibt sich wiederDen Aerzten hin
und duldet den Verband. Wenn ein Gewitter im Anzuge ist und schwüle Lüfte
in dem Himmelsraume stocken, schweigen gewöhnlich die Waldvögel. Darum
ist es auch in dieser Jahreszeit in dem Hochlande verhältnismäßig warm,
und während die rauhen Nebel in der Tiefgegend schon die Blätter von den
Obstbäumen gestreift haben, prangt oben noch mancher Birkenwald, mancher
Schlehenstrauch, manches Buchengehege mit seinem goldenen und roten Schmucke.
Weh, verfluchtes Weib, dir, weh. Es rieth die Liebe meinem Herzen, davon
diese Lied zu singen: 46) Ich bin hohes MuthesHoher Muth mir sanfte thut,Nie
nicht ward so gutesAls mit Züchten hoher Muth,Hochgeborne schöne WeibMag
viel wohl erwerben hochgemuthen Ritters Leib Ein Weib mich behütetHat
vor Trauern meine Zeit,Gütlich sie mir gütet,An ihr liegt alle meine FreudIch
bin durch sie hochgemuth,So ist die viel Schöne von ihren hohen Tugenden
gut. Auf dem Sand gedeiht nicht einmal Roggen, und der Hafer sieht aus,
als habe er die Schwindsucht. Herzlich wollt ich dann des Schliessers
lachen,Wenn er dreifach meine Tuer verschloesse,Mich allein mit meinem
Buechlein lassend. Und dann dieser Herr Meyer. Anfangs amüsirt einen das,
schließlich aber wird man bange. Weißt du es nun. Es war eines Sonntags
in der Hochsommerzeit. Das hätten der Herr Graf nur hören sollen. Zum
Glück wurde die Störung in der herrschenden Dunkelheit nicht weiter beachtet,
sein Nachbar, ein böser alter Kanzleitat, zerrte ihn grob auf den Sitz
zurück. Sein Dixi gab mir einen Stich ins Herz. Sie sah, wie Bracciano
um die leidende Gemahlin bemüht war, er hielt sie in den Armen und sagte:
»Ist es die Reise, ist es die Furcht, welche ihr das Gewitter erregte.